Geschichte: Mühlen - Teil 2
Geschichte: Mühlen - Teil 2

In 24 Stunden konnte diese Mühle  wegen Wassermangel nur 1 Viertel mahlen. Die 6 Familien des Dorfes ließen damals  „unständig“ ( unregelmäßig ) bei ihr mahlen. Für die 35 Personen wurden im Jahr etwa 59 Viertel „kleine gemacht“.

Die Jahresbruttoeinnahmen beliefen sich auf 11Taler, 2Albus. Nach Abzug der Unkosten (unter anderem 2 Taler, 26 Albus Wasserzins an die Ritter zu Rheinfels) blieben dem Müller ein Reingewinn von 2 Talern und 15 Albus.

Mit diesem Verdienst war die Mühle die bei weitem unrentabelste Mahlmühle im ganzen Beistal.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen  die Lisbergs offenbar noch eine Mahlmühle  in Licherode, denn ein Müller  dieses Namens zahlte außer für seine Hausener Mühle auch noch für das „Licheröder Mahlwerk“.


Erst am 03.01.1867 gab der letzte Lisberg die Mühle in einem Konkursverfahren an den Juden Martin Birnbaum aus Rotenburg ab, der wiederum nach nur einem ½ Jahr nach Erwerb der Mühle sie an den Müller Conrad Beyer aus Nenterode verkaufte.


Von ihm ging sie 1871 an Heinrich Grenzebach aus Rengshausen über und von diesem 1873 an seinen Sohn Conrad.


Seit Heinrich Grenzebach blieb die Mühle bis heute im Familienbesitz. Dem Schwiegersohn Conrad Grenzebach’s, Otto Hassebrauk, folgte 1926, nach Hassebrauks Tod, dessen Schwiegersohn Erich Hartje.

Er entfernte 1932 den alten Steingang und das Wasserrad und baute eine Turbine und einen Doppelwalzenstuhl in die Mühle ein, dazu einen Plansichter.

Die Vermahlungsleistung wurde somit um mehr als das 6-fache gesteigert. Bei genügend Wasser waren das etwa 2 ½ Tonnen pro Tag.

Da es oft an Wasser mangelte, legte Hartje die Mühle 1939 vorübergehend still und fuhr mit einem im gleichen Jahr gekauften kleinen Lastwagen für den Autobahnbau der Autobahn Kassel-Frankfurt. Drei Jahre später wurde er Milchfahrer für eine Molkerei im Fuldatal.


Erst 1949 wurde der Mühlenbetrieb wieder aufgenommen. Doch schon zwei Jahre später zwangen ihn größere Reparaturen, deren Ausführung sich nicht mehr lohnten, zur endgültigen Stilllegung.

Wie Hartje, so fuhr auch dessen Schwiegersohn, der 1954 den Betrieb übernahm, in den folgenden Jahren Milch.


Die 5 ha große Landwirtschaft wurde nebenbei mitbewirtschaftet.

Seit 1969 war Joachim Schmekel, der Schwiegersohn, Busfahrer. Die Landwirtschaft hatte er verpachtet.


Heute wohnen seine Tochter, sein Schwiegersohn mit ihren zwei Töchtern in der ehmaligen Mühle.


Nur der mit Gras und Gebüsch fast zugewachsene Mühlengraben am Rain hinter dem Haus gibt heute noch sichtbare Kunde von dem ehmaligen Mühlenbetrieb der über 550 Jahre gemahlen hat.

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Knüllwald-Hausen

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